Adam online - aktuelle Ausgabe

Männerherzen


Aktuelle Ausgabe

25.05.2010 14:05 Alter: 105 days
Kategorie: Online mit Gott

Männerherzen


Gerry Klein

Am 11. Juni 2010 beginnt in Südafrika die Fußball-WM. Mit viel Spannung erwarten wir diese Zeit und hoffen, dass Deutschland das Finale erreichen und dann auch gewinnen wird. Wie Michael Ballack, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, es sagte: „Nur dabei zu sein, ist nicht alles. Wir wollen gewinnen.“

Dieses Streben nach Sieg findet sich bereits im alten Rom. Die „Isthmischen Spiele von Korinth“ waren fast so bekannt wie die WM heute. Paulus erinnert in seinem Korintherbrief an dieses sportliche Großereignis, auf dessen Gewinner neben einem Siegeskranz eine große Geldsumme wartete.

Paulus verwendet die sportlichen Disziplinen „Laufen“ und „Boxen“ als Beispiele für das Leben in der Nachfolge Jesu. Er zeigt, dass es auch im Glaubensleben nicht das Ziel sein kann, einfach nur teilzunehmen. Das Bild aus dem Bereich des Sports soll deutlich machen, dass es sich beim Christsein nicht um einen Spaziergang, sondern vielmehr um einen sportlichen Wettkampf handelt. Aus diesem Grund spricht Paulus vom Siegespreis.

 

Zum Siegersein berufen

„Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit“ (Kol 1,27).

Christus in uns befähigt uns zum Sieg, nach dem wir uns in unserem tiefsten Inneren sehnen. In dieser Sehnsucht wird auch sichtbar, dass wir zu mehr berufen sind, als bloß Stubenhocker zu sein. Jeder Mann ist ein Abenteurer: Wir wollen neue Welten entdecken, suchen Herausforderungen und wollen unbekannte Wege gehen.

Wir Männer brauchen Kämpfe und Siege – so wie das Atmen. Wir leben auf, wenn wir Herausforderungen mit Gottes Kraft und Hilfe meistern. Das ist ein wichtiger Teil unserer Berufung. Ein anderer wichtiger Teil ist, dass wir den Platz einnehmen, den Gott für uns vorgesehen hat. Damit wir diesen Ruf hören und umsetzen können, müssen wir Zeit in seiner Nähe verbringen. Auch wenn sich manch ein Mann mit dieser Aufgabe vielleicht überfordert fühlen könnte. Die Fähigkeit, Gott nah zu sein, ist in jeden Menschen hineingelegt. Jeder Mensch kann seine Gedanken und Worte an Gott richten.

 

Ohne Kreuz keine Krone

Ein siegreicher Sportler hat gelernt, einen Preis zu bezahlen. Das harte Training meistert er, weil er das Ziel vor Augen hat. Paulus beschreibt das sehr treffend, wenn er sagt: „Ich nehme täglich das Kreuz auf mich ... “. Das kann in unserer Gesellschaft ganz konkrete Formen annehmen, denn christliche Werte werden von allen Seiten bekämpft. Aber der Sieger in uns ist stärker als der, der in der Welt ist (1 Joh 4,4). Das ist die eine Seite der Medaille, die auch im elften Kapitel des Hebräerbriefes sichtbar wird. Die angeführten Glaubenshelden konnten aufgrund von Gottes Verheißungen „Königreiche bezwingen“.

Die andere Seite der Medaille finden wir allerdings ab Vers 35: „Andere aber sind gemartert worden und haben die Freilassung nicht angenommen“ – von Mangel, Bedrängnis und entsetzlichen Misshandlungen ist die Rede. Hier werden auf einmal Glaubenshelden (Sieger) ganz anderer Art als Vorbilder genannt, Sieger mit umgekehrten Vorzeichen. „Ja, das war einmal“ könnte der eine oder andere dazu sagen. Die Wahrheit ist jedoch: Gläubige erleben das leider auch heute noch. In vielen muslimischen Ländern ist das die Realität.

In welches gesellschaftliche Umfeld Gott uns auch gestellt hat: Wir Männer wollen und werden durch die Kraft des in uns lebenden Christus siegreich sein. Wenn wir ihm nah sind, werden wir stärker und mit ihm vereint jetzt und in alle Ewigkeit leben.

Gerry Klein ist Bibelschulleiter im Glaubenszentrum Bad Gandersheim. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.